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Unsere Ausstellung hat nun eine Zwillingsschwester

Die Ausstellung „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen stellt die Biografien von 9 archäologisch arbeitenden Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten vor. Nun gibt es diese Ausstellung in zwei Versionen: Zum einen eine auf Mobilität ausgelegte reine Posterausstellung, zum anderen eine Sonderausstellung, die den musealen Raum mit Pulten und Vitrinen nutzt. Beide Ausstellungen zeigen die im Projekt erarbeiteten Inhalte – in zwei sehr gelungenen, aber auch sehr unterschiedlichen Designs. Beide möchten wir euch hier vorstellen.

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Spitznamen

Wenn wir Quellen auswerten, stoßen wir immer wieder auf Spitznamen. Auch im Gespräch mit Kolleg*innen fällt immer wieder mal ein solcher Beiname. Wir haben uns gefragt, was wohl die Vergabe und Verwendung dieser Namen über die Beziehungen zwischen Personen und die Fachkulturen aussagen. Wie schwierig ist es, solche Quellenfunde zu interpretieren?

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Das Metavorhaben „Innovative Frauen im Fokus“ – meta-IFiF: Vernetzung – Austausch – gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit

von Ines Großkopf

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Wissenschaft, Forschung und Innovation –dieses Ziel verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“. In der Förderrichtlinie werden daher Forschungs- und Umsetzungsprojekte gefördert, die mit unterschiedlichen Maßnahmen darauf abzielen, die innovativen Leistungen von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft sowie weibliche Rollenvorbilder sichtbarer zu machen. AktArcha gehört zu den aktuell 23 laufenden Projekten. In diesem Beitrag soll das Metavorhaben näher vorgestellt werden.

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Zum 120. Geburtstag von Maria Reiche (1903-1998)

von Doris Gutsmiedl-Schümann

Vor 120 Jahren kam Maria Reiche in Dresden zur Welt. Heute ist sie vor allem für ihre Forschungen zu Geoglyphen in Peru, den sog. Nazca-Linien bekannt. Sie kam als junge Lehrerin nach Südamerika, und beschäftige sich lange Zeit als Privatgelehrte mit diesen ungewöhnlichen Denkmälern, die heute zum Weltkulturerbe zählen.

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Emma Pressmar (1909-2000)

Heute vor 115 Jahren wurde in Ulm Emma Karoline Pressmar geboren. Wir nehmen das zum Anlass, um unseren Blogbeitrag aus dem Jahr 2023 über sie zu aktualisieren, denn wir haben neues Archivmaterial einsehen können. Dieses lässt Emma Pressmar zwar nicht in einem völlig neuen Licht erscheinen, liefert aber neue Details.

Porträt aus dem Jahr 1933
Emma Pressmar 1933
Quelle: UAM UA StudKart_0005 Emma Pressmar

Im Stadtarchiv in Ulm liegt unter der Signatur H Pressmar ihr Nachlass. Zudem gibt es eine Zeitgeschichtliche Sammlung G2. Eine Besonderheit in der Überlieferung sind die sogenannten Jahres-Mosaike, die Emma Pressmar über Jahrzehnte hinweg an ihre Bekannten und ehemaligen Schüler schickte – sie war ja hauptberuflich überwiegend als Lehrerin tätig. Diese Mosaike stellen eine Art halböffentliches Tagebuch und private Jahresberichte dar. Darin finden sich Nachrichten über ihren Gesundheitszustand und ihre Familie und Freundschaften, über Dinge, die sie bewegten, über literarische Trouvaillen, aber eben auch über ihre archäologische Forschung. Vor allem wegen der privaten Inhalte und Äußerungen ist das eine außergewöhnliche Quelle, die Emma Pressmar als Mensch erkennbar werden lässt. Deutlicher als zuvor wird darin zum Beispiel ihre politische Haltung, insbesondere ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus und zur NS-Vorgeschichtsschreibung.

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Archäologisch arbeitende Frauen in Thüringen

Zum ersten Mal wählen wir für einen Blogbeitrag einen regionalen Schwerpunkt und stellen mehrere Frauen vor, die in Thüringen tätig waren. Anlass dazu gaben Archivrecherchen in Jena und Weimar und ein Vortrag, zu dem wir anlässlich des internationalen Frauentags 2023 an das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar eingeladen waren.

Das Gruppenporträt ist fünf Frauen gewidmet, die für die prähistorische Archäologie und Bodendenkmalpflege Thüringens viel geleistet haben – und zwar in ganz unterschiedlichen Positionen. Zudem setzen wir ein Schlaglicht auf die Bedeutung von Frauen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Unser Schwerpunkt liegt auf der Zeit der DDR, wenngleich die Frauen teils auch lang davor oder danach in Thüringen tätig waren. Regionale Schwerpunkte liegen in Weimar und Eisenach.

An anderer Stelle haben wir schon über Gertrud Eichhorn, geb. Rössel (1890-1979) in Jena und Sigrid Dušek (1937-2009) in Weimar und Henrike Hesse (1942-2013) in Mühlhausen berichtet.

Heute geht es um:

die Prähistorikerinnen

  • Sonja Barthel, geb. Eigendorf (1934-2008)
  • Hanna-Sabine Hummel (1943-2016)

die Naturwissenschaftlerinnen

  • Helga Jacob, geb. Haufe (1915-2009)
  • Hildegard Zeissler (1914-2006)
  • Minna Lang (1891-1959)

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Rosemarie Seyer, geb. Masuhr (1936-1990)

Rosemarie Seyer an einem Rednerpult während eines Vortrages.
Rosemarie Seyer 1975 auf einem Treffen der Berliner Absolvent*innen der Ur- und Frühgeschichte 1975.

Aus: Achim Leube: Prähistorie zwischen Kaiserreich und wiedervereinigtem Deutschland. 100 Jahre Ur- und Frühgeschichte an der Berliner Universität unter den Linden, Bonn: Habelt 2010, S. 163. Das Bild stammt aus dem Privatbesitz von Bernhard Gramsch.

2010, S. 163. Das Bild stammt aus dem Privatbesitz von Bernhard Gramsch.

Bei der Bebilderung dieses Porträts hatten wir große Probleme. Vorläufig zeigen wir hier Fotos, die aus der Monografie von Achim Leube entnommen sind (Leube 2010) und aus seiner Sammlung bzw. aus dem Privatbesitz von Bernhard Gramsch stammen.

Zur Biografie von Rosemarie Seyer

Am 29. August 1936 wurde Rosemarie Masuhr in Berlin geboren. Ihr Vater, Heinz Masuhr, war Statistiker. Rosemarie besuchte kriegsbedingt Grundschulen in Berlin, Teurow in Brandenburg und Sondershausen in Thüringen. 1946 kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie 1954 an der Käthe-Kollwitz-Schule ihr Abitur machte. Sie erhielt sofort einen Studienplatz an der Humboldt-Universität für Ur- und Frühgeschichte. Daneben studierte sie Geschichte, Ethnographie, Philosophie, Anthropologie und noch einige andere Fächer und nahm an Exkursionen nach Thüringen und Polen teil. Zu ihren Kommilitonen und Kommilitoninnen gehörten Achim Leube, Hans-Joachim Dölle, Klause Grebe, Hans-Günter Hackbarth, Fritz Horst, Willi Lunow und Heinz-Joachim Vogt. Zudem lernte Rosemarie Masuhr im Studienjahrgang auch ihren zukünftigen Ehemann, Heinz Seyer, kennen (1936-2019), den sie nach dem Studium heiratete.

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Henrike Hesse (1942-2013)

Henrike Hesse in der damaligen Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (heute Hochschule für Technik und Wirtschaft) in Berlin, Foto: Gundula-Beate Muschert, 17.7.2009

Am 30. April 2013 starb in Berlin die Prähistorikerin, Anthropologin und Aktivistin Henrike Hesse. Anlässlich ihres zehnjährigen Todestages 2023 haben wir diesen Beitrag erstmals veröffentlicht. Dank der Zusammenarbeit mit Gundula-Beate Muschert können wir nun, 2026, einige Stellen korrigieren und ein neues Foto von Henrike Hesse präsentieren.

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Erika Schmidt-Thielbeer (1927-2011) und Ingeburg Nilius (1927-1984)

Vier Personen stehen nebeneinander vor einer dunklen Wand. Links außen steht Erika Schmidt-Thielbeer, dann kommt Friedrich Schlette, daneben Ingeburg Nilius. Zuletzt folgt außen Joachim Preuß.
Quelle: Archiv des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt HA 814

Den Anlass dazu, die biografischen Beiträge über Erika Schmidt-Thielbeer (1927-2011) und Ingeburg Nilius (1927-1984) in einem gemeinsamen Beitrag zu publizieren, gab dieses Foto aus dem Archiv des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Es ist nicht datiert, stammt aber wohl aus den frühen 1950er Jahren. Aufgenommen wurde es in oder um Halle, zumindest aber im Kontext des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (DDR).

Zu sehen sind zwei Frauen und zwei Männer in zweiteiliger Arbeitskleidung – frisch ausgepackt, wie die Liegefalten und die Etiketten an den Knopfleisten zeigen. Gefertigt wurden solche Kleidungsstücke, wie Bildvergleiche zeigten, zum Beispiel beim VEB Bekleidungswerke Falkenstein. Ob die abgebildete Kleidung von dort stammten, lässt sich nicht mehr herausfinden.

Die Personen auf dem Bild blicken direkt in die Kamera. Sie stehen wohl vor einer Leinwand oder einem Vorhang. Alle vier haben die Arme umeinander gelegt, die jeweils außen stehenden die freie Hand in die Jacke der Arbeitskleidung versteckt, sodass sich ein sehr harmonisches Bild ergibt.

Wer waren diese Personen?

Das Bild zeigt von links nach rechts Erika Schmidt-Thielbeer, Friedrich Schlette, Ingeborg Nilius und Joachim Preuß. Alle vier haben wesentliche Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte der DDR geleistet. Schlette und Preuß wurden Professoren, Schmidt-Thielbeer und Nilius nicht.

Im Folgenden stellen wir Erika Schmidt-Thielbeer und Ingeburg Nilius vor.

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