Der Sommer ist da und damit die Urlaubszeit. Wir zeigen Euch deshalb eine Auswahl an Quellenfunden zu Archäologinnen auf Reisen. Unterwegs zu sein war an sich für frühe Archäologinnen nichts Besonderes: Exkursionen, Tagungsbesuche, Besuche auf Grabungen und Studienreisen gehörten auch schon für sie selbstverständlich dazu.
Aus der Rubrik Quellenfunde: Archäologinnen auf Reisen weiterlesenNeues aus der Rubrik Quellenfunde: Lieder und Gedichte
von Elsbeth Bösl
Wir haben einige Quellenfunde gemacht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: (Grabungs-)Lieder und Gedichte, die wir hier ein wenig kontextualisieren wollen. Wollte man tiefer einsteigen, so ließe sich an solchen Quellen einiges über das Selbstverständnis und den Alltag von (Feld-)archäolog:innen erarbeiten. Einen guten methodisch-theoretischen Zugang zu dieser Art von Quelle bieten ethnographische bzw. sozialarchäologische Ansätze über die archäologische Feldforschung, wie etwa von Cornelius Holtorf und John Carman (Holtorf 2006; Carman 2004), die z.B. hervorheben, dass die Teilnahme an Grabungen den zentralen Initiationsritus des Fachs darstellt und Credibility verschafft. Ziel des Sozialarchäologischen Ansatzes ist es eher herauszufinden, wie das, was Archäolog:innen tun, in der Gesellschaft wirkt, und was es dort bedeutet. Demgegenüber fokussieren die ethnografischen Ansätze darauf, wie Menschen archäologisch arbeiten, wie sie ihre Arbeit praktizieren, aufführen und erfahren, und in welchen sozialen und kognitiven Beziehungen sie dabei stehen. All das wiederum wird als konstitutiv für den Prozess der Wissensgenerierung gesehen: Die Praxis des Wissen-Schaffens bestimmt die Inhalte dieses Wissens mit. So gesehen sind die Quellen, die wir hier zeigen – so unterhaltsam und leichtfüßig sie auch daher kommen mögen-, eben nicht nebensächlich. Wir können sie hier freilich nur exemplarisch vorführen. Für eine fundierte historische Untersuchung über Praxis, Alltage und Wissenskulturen der Feldarchäologie müssten solche Einzelfunde natürlich in viel größere Quellenkomplexe eingehängt werden.
Neues aus der Rubrik Quellenfunde: Lieder und Gedichte weiterlesenArchäologinnenbriefe
von Doris Gutsmiedl-Schümann
Briefe sind für uns im Projekt AktArcha eine wichtige Quelle. Viele der Briefe, die wir bei unseren Forschungen zu frühen Archäologinnen auswerten, sind unpubliziert und können nur in den Archiven, in denen sie aufbewahrt werden, gelesen werden. Meist finden sie sich in Nachlässen oder Korrespondenzakten. Doch es gibt auch lesenswerte Zusammenstellungen publizierter Archäologinnenbriefe, die wir euch hier als Buchtipps für die Urlaubszeit vorstellen möchten.
Archäologinnenbriefe weiterlesenUnsere digitale Ausstellung ist eröffnet!
Unsere Posterausstellung „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen gibt es nun auch in einer digitalen Version. Hier möchten wir euch die digitale Ausstellung vorstellen.

Quellenfunde: Studieren in der DDR TEIL 3
von Elsbeth Bösl
Wir setzen hier unsere Serie mit Quellenfunden mit Teil 3 fort. Im ersten Teil haben wir Euch beispielhafte Quellen über Bewerbung und Zulassung zum Studium gezeigt, im zweiten Teil Quellen über den Studienverlauf und Inhalte des Studiums der Ur- und Frühgeschichte in der DDR. Nun geht es um die Promotion. Aus rechtlichen und ethischen Gründen können wir nur Teile des in den Akten enthaltenen Materials veröffentlichen.
Obwohl die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Verfassung verankert war, waren die Karrierechancen nach dem Studium geschlechtsbezogen ungleich verteilt. Frauen hatten seltener als Männer die Möglichkeit, sich nach dem Studium wissenschaftlich weiter zu qualifizieren. Dies gilt sowohl für die Promotion als auch für die spätere Habilitation, die später Promotion B genannt wurde.

Quellenfunde: Studieren in der DDR TEIL 2
von Elsbeth Bösl
Wir setzen unsere Serie mit Quellenfunden fort. Im ersten Teil haben wir Euch beispielhafte Quellen über Bewerbung und Zulassung zum Studium in der DDR gezeigt. Heute geht es um den Studienverlauf.
Aus rechtlichen und ethischen Gründen können wir nur Teile des in den Akten enthaltenen Materials veröffentlichen.

Quellenfunde: Studieren in der DDR Teil 1
von Elsbeth Bösl
Unsere Serie “Quellenfunde” beginnt heute mit einem Einblick in Quellen, die Studienwahl, Bewerbung und Zulassung an den Universitäten der DDR beispielhaft aufzeigen.
Wir veröffentlichen hier nicht die Unterlagen einer einzelnen Person. Das liegt daran, dass wir keine so lückenlose Überlieferung gefunden haben. Zudem enthalten die Studien- und Promotionsakten oft schutzwürdige Daten. Das widerspricht ihrer Veröffentlichung. Die Beispiele betreffen also unterschiedliche Personen, Universitäten und Zeiten. Wir haben zudem teils anonymisiert, teils zeigen wir nur unproblematische Auszüge der jeweiligen Quelle.

Sieglind Kramer (1914-1965)
von Elsbeth Bösl

Quelle: Horst Geisler: Sieglind Kramer 13.9.1914-12.1.1965, in: Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam 3 (1964), S. 198-199, hier S. 198.
Sieglind Kramer wurde am 13. September 1914 in Neuhaldensleben (heute Sachsen-Anhalt) als erstes von vier Kindern geboren. Dort ging sie auch zur Grundschule. Später wechselte sie auf eine Schule in Badingen bei Stendal und nach Halle a. d. Saale an die Auguste-Herrmann-Schule. Ihr Vater war Volksschullehrer. Als er nach Burg bei Magdeburg versetzt wurde, kam Sieglind Kramer an das dortige Luisen-Lyzeum in Burg. Am 12. März 1934 legte sie schließlich die Reifeprüfung am Staatlichen Viktoria-Realgymnasium in Burg ab.
Sie leistete den im Nationalsozialismus eingeführten einjährigen Arbeitseinsatz ab und begann dann im Wintersemester in Halle ein Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften, das sie aber schnell zugunsten der Geschichtswissenschaften aufgab. Nach einem Jahr verließ sie Halle jedoch und ging nach Schneidemühl (heute Piła in Polen) an die dortige Hochschule für Lehrerausbildung. Im Herbst 1938 legte sie dort das erste Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen ab. Während ihrer Zeit in Schneidemühl nahm sie auch erstmals an archäologischen Grabungen teil. Sie ging dann zunächst als Lehrerin nach Kade bei Genthin.
Sieglind Kramer (1914-1965) weiterlesenRuth Pingel (1947-2022)
Ein Nachruf von Gabriele Isenberg und ein biografisches Kurzporträt
Heute, am 11. Juni 2023, jährt sich zum ersten Mal der Tod von Ruth Pingel. Aus diesem Anlass hat Dr. Gabriele Isenberg einen Nachruf verfasst.
Ruth Pingel war im LWL-Museum für Archäologie in Herne im Team der Museumspädagogik tätig und langjährige Vorsitzende des Fördervereins.
Auf den Nachruf folgt eine kurze Biografie von Ruth Pingel. Für die Unterstützung dabei danken wir Michael Lagers vom LWL-Museum für Archäologie in Herne.

Foto: unbekannt. Verwendet mit freundlicher Genehmigung von Michael Lagers/LWL-Museum für Archäologie.
Unsere Ausstellung hat nun eine Zwillingsschwester
Die Ausstellung „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen stellt die Biografien von 9 archäologisch arbeitenden Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten vor. Nun gibt es diese Ausstellung in zwei Versionen: Zum einen eine auf Mobilität ausgelegte reine Posterausstellung, zum anderen eine Sonderausstellung, die den musealen Raum mit Pulten und Vitrinen nutzt. Beide Ausstellungen zeigen die im Projekt erarbeiteten Inhalte – in zwei sehr gelungenen, aber auch sehr unterschiedlichen Designs. Beide möchten wir euch hier vorstellen.
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